Zeittafel

996

Erste Erwähnung der Martinskirche in einer Schenkungsurkunde des Kaisers Otto III. (983 – 1002). Jahrhundertelange Wallfahrten zum Kerker des Heiligen Martin im Bereich des Martinsstiftes, in den nach der Überlieferung jener nach der Verweigerung des Waffendienstes vor Kaiser Julian im Jahre 356 geworfen wurde.

1016

Nennung der Kanoniker von St. Martin als Zeugen in einer Schenkungsurkunde des bedeutenden Bischofs Burchard von Worms (1000 – 1025).

1265

Der Wormser Bischof Eberhard I. Raugraf von Beyenburg – er amtierte von 1258 bis 1277 – bekundet in der im Jahr 1265 ausgestellten Weiheurkunde die Weihe der Kirche und des Altars des Martinsstiftes.

1485

Papst Innozens VIII. verleiht den Wallfahrern, die nach St. Martin kamen, einen Ablass. Dies bedeutete für den, der sich auf den Weg zum Kerker machte, selber umkehrbereit war und in der Nachfolge Christi leben wollte, die Gewissheit, dass Christus ihm ein gnädiger Richter sein wollte.

1689

Zerstörung der Martinskirche im Pfälzischen Erbfolgekrieg beim Stadtbrand am 31. Mai 1689. Die „Wahre und genauwe Abbildung deß Keyserlichen Stiffts oder St. Martins kirchen sambt der Lamperte pfarrkirchen und was den selben Depentirt in der Statt Wormbß, wie selbige vor dem Frantzöschen grausamen Brandt und verstörung von Occident an zusehen gewessen seindt“ haben Peter und Johann Friedrich Hamman kurz nach der Zerstörung in einer Sepia-Zeichnung dargestellt (British Library, London).

Nach der Zerstörung erfolgte der Wiederaufbau von St. Martin sowohl innen als auch außen in barocker Gestalt.

1802

Im Gefolge der Zugehörigkeit der linksrheinischen Gebiete des deutschen Reiches zur französischen Republik erfolgte im Jahre 1802 die Aufhebung aller Klöster und sonstiger geistlicher Einrichtungen. Aufgrund dieses Dekrets wurde auch das Stift St. Martin aufgelöst und seine Besitzungen enteignet. Die Martinskirche wurde danach Pfarrkirche der Stadt Worms.

1945

Starke Beschädigungen bei den Bombardements am 04./05. Oktober 1943 und am 21. Februar 1945.

1946/1947

Wiederaufbau ohne die mittelalterliche Vorhalle.

1949

Am 05. November 1949 weiht Bischof Stohr den wieder aufgerichteten Hochaltar von St. Martin.

1964

Errichtung einer gebrauchten Orgel als „Interimsinstrument“ auf der wiederhergestellten Orgelempore zu Ostern 1964. Ihr Ersatz ist ein wesentliches Ziel des Fördervereins.

1967

Neue farbige Fenster, gestaltet von Heinz Hinsdorf, werden in die Ostwand des Chores eingesetzt.

1968

Weihe des nach der Liturgiereform neu gestaltete Chorraums mit neuem Tabernakel und Hochaltar, ein Werk des Wormser Bildhauers Gustav Nonnenmacher.

1969

Neues Triumphkreuz über dem Hochaltar, geschaffen von dem Wormser Künstler Hans Michael Kissel.

1995

Neues Lesepult aus Bronze, geschaffen von dem Salemer Künstler Wolfram Seidel.

1996

Außenrenovierung der Martinskirche und Feier des 1000jährigen Jubiläums.